Literaturkalender Köln

Eine Initiative vom Literaturhaus Köln

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„Kontaktsperre, Pandemie und Isolation“ – eine Lesereihe des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW

Mit Olga Meliktangyan und Orhan Aras, Moderation: Nicol Goudarzi

 

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller NRW veranstaltet eine neue Reihe, die höchst aktuell ist. In vier Abendveranstaltungen (mit jeweils zwei Autor*innen und einer Moderation) werden eigene Texte über Covid 19 und anderePandemien der Vergangenheit vorgestellt. Bisherige Darstellungen verschiedener Epidemien in der Literatur und im Film, werden erwähnt – u.a. Bocaccios „Decamerone“, Camus „Die Pest“, und Steven Soderberghs Film  „Contagion“(2011). Vorrangig wird jedoch unsere jetzige Situation behandelt. Die Gefühle von Individuen und Gruppen werden literarisch verarbeitet und geschildert.

Wie empfinden blinde Menschen diese neue Welt der doppelten Einschränkungen? Der für sie am meisten geschätzte Sinn, der Tastsinn, die Hände, darf nicht eingesetzt werden – Berührung fehlt, Abstand wird vorgeschrieben. Stimmen klingen aus der Ferne und hinter den Masken ganz anders und sind schwerer zu verstehen. Wie empfinden andere Behinderte, die Taubstummen, die Rollstuhlfahrer, all die Schutzregelungen, die allgemeine Kontaktverweigerung?

Auch Kinder leiden unter dieser neuen Situation, der Isolation von Schulfreunden und anderen geliebten Menschen. Wie fühlen sich Migranten, die in ihren Herkunftsländern besonderen Wert auf Kontakt, Umarmungen und körperliche Nähe legen? Was empfinden ältere oder chronisch kranke Menschen, die als Risikogruppen bezeichnet werden?

Und was belastet gesunde Menschen, die bisher sich so selbstsicher fühlten und ihre Jugend und Freiheit in vollen Zügen genießen konnten? Wird nicht social distancing auf Dauer irreparable Schäden für die ganze Gesellschaft bringen?

Statt einer positiven Inklusion der Offenheit haben wir im Moment eine negative – der Isolation, Freiheitsberaubung und Ängste vor Ansteckung und Tod. Die Perspektiven der Betroffenen dienen hier als Dokumentation unserer beispiellosen, eine ganze Welt bewegenden Erfahrung.

Die Veranstaltungen finden unter Einhaltung der aktuellen Corona-Maßnahmen statt. Sollten diese nicht präsentiell durchgeführt werden können, werden sie online per Zoom angeboten.

Es wird um eine Anmeldung per E-Mail gebeten (spätenstens vier Tage vor der Veranstaltung). Für virtuelle Veranstaltungen wird ein Zoom-Link verschickt, für die anderen ein Sitzplatz reserviert.

Bei Fragen und für Anmeldungen kontaktieren Sie Fr. Dr. Pilar Baumeister: pios@nexgo.de / 0176 478 369 43.

 

Olga Tangyan, geb. 1951 in Moskau, Dipl.-Philologin, Dr.Phil. Seit 1990 in Deutschland, Tätigkeit als Kunsthistorikerin und Essayistin.

Orhan Aras, geb. 1963 in Igdir (Türkei), lebt seit 1982 in Deutschland. Bisherige Veröffentlichungen: Deutschland gib mir ein wenig Liebe (2008), Die Liebe der blauen Augen (2019).

Nicol Goudarzi, geboren in Engelskirchen, promovierte Pädagogin. Berufsbegleitendes Studium „Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus“ (Master of Advances Studies). Sie schreibt Theaterstücke für Kinder und Erwachsene, Prosatexte, Lyrik und pädagogische Fachbücher.

Kölner Literaturhaus

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