Donnerstag, 3. Dezember, 19:30 Uhr
Buchhandlung Bittner, Albertusstr. 6, 50667 Köln
Moderation: Christof Hamann
Eintritt: 12,-€ / 10,-€
Eintritt frei für Studierende gegen Vorlage eines gültigen Studierendenausweises
Anfang des 20. Jahrhunderts erfand Christian Morgenstern in einem Kindergedicht diverse fantastische Wesen und Gewächse, darunter „die Turtelunke“, „den Gürtelstier“ und „die Tagtigall“ – ein Ulk und eine Liebeserklärung an die Möglichkeiten der Sprache zur Welterweiterung. Seit Jahren nun schon siedelt die „Tagtigall“ als Lyrik-Kolumne in den Gefilden des Onlinemagazins Perlentaucher, von wo aus sie nahe und ferne Sprachlandschaften – auch poetische Verfahren und Versuchsanordnungen, Sonette, Minnesang, konkrete Poesie – befliegt, besingt und beäugt. Die hier erstmalig versammelten Essays sind Erkundungsflüge und Erkundungsgesänge durchs Dickicht dichterischer Denk- und Sprachbewegungen – aufgeschreckt von einer konkreten Frage, einer konkreten Verwunderung, einer Erschütterung oder einem Entzücken. Die dichten Versuche – über Szilárd Borbély, Nico Bleutge und Bertolt Brecht, über Elke Erb, Kim Hyesoon und Friederike Mayröcker, Oskar Pastior, Jan Wagner, Uljana Wolf u. v. a. – durchstreifen das unwegbare Gelände der Wirklichkeit und erweisen sich als leuchtende Denkbilder. „Die Gesänge der Tagtigall“ sind ein leidenschaftliches Plädoyer für die schöpferische Kraft der Sprache und des Denkens.
Marie Luise Knott lebt als freie Autorin, Kritikerin und Übersetzerin in Berlin. Zuletzt erschien: „370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison“, das mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet wurde. Knott ist Mitherausgeberin von „John Cage. Empty Mind“ zusammen mit Walter Zimmermann, Berlin 2012. Übersetzerin von Anne Carson, „Anthropologie des Wassers“ und dies., „Albertine. 59 Liebesübungen“. Kürzlich erschien „Dazwischenzeiten. 1930 – künstlerische Wege in der Erschöpfung der Moderne“. In dem Internet-Kulturmagazin Perlentaucher hat sie eine Kolumne für zeitgenössische Lyrik unter dem Titel: „Tagtigall“.
Christof Hamann, geb. 1966 in Überlingen am Bodensee, ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik an der Universität zu Köln. Er ist Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „die horen“. 2024 erschien das von ihm mitherausgegebene Handbuch „Literatur & Reise“.
Eine Kooperation des Instituts für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln und der Buchhandlung Bittner.
© Foto: Jonny Soares




