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Thomas Kunst: Zandschower Klinken

11.5. | Dienstag | 19.30 Uhr 

Ort: Literaturhaus Köln virtuell

Eintritt: 5,- €

 

In einem »Nest im äußersten Norden«, das nicht mehr zu bieten hat als einen Feuerlöschteich und Wolfs Getränkemarkt, will Bengt Claasen ein neues Leben anfangen. Hier trifft er auf eine eigentümliche Gemeinschaft, meist von der »Stütze« lebende Aussteiger, die trotz Armut paradiesisch leben. Mit viel Verrücktheit, unbändiger Fantasie und großer sprachlicher Musikalität entwirft Thomas Kunst in Zandschower Klinken (Suhrkamp) eine Utopie, eine Insel der Seligen.

Den Link zur Zoom-Veranstaltung finden Sie hier.

Er fällt jetzt auf mit seinem Fahrstil, denn Claasen hat sich vorgenommen, sein Auto so vorsichtig, langsam und gleichmäßig zu bewegen, dass das Halsband so lange wie möglich auf dem Armaturenbrett liegen bleibt. An der Stelle, an der es herunterfällt, will er anhalten und ein neues Leben beginnen.
Das neue Leben beginnt für den dichtenden Taxifahrer Bengt Claasen in Zandschow. Hier werden exotische Biere ausgeschenkt, hier sitzen die Menschen rund um den Feuerlöschteich und lassen Plastikschwäne auf dem Wasser treiben, das sie für den Indischen Ozean halten. Überhaupt: Mit den prekären Verhältnissen mitten in der Pampa finden sich die Menschen hier nicht mehr ab. Ihr Zandschow ist Sansibar. Wir können nichts für unsere Begabung, ein freies Leben zu führen.

Mit viel Witz erzählt Thomas Kunst in Zandschower Klinken von einer solidarischen Gemeinschaft, die sich am eigenen Schopf aus der Misere zieht – trotzig und stur, frei und eigensinnig. »Dass die Zandschower Clique fast schon nebenbei auch zum Spiegelbild unserer ›wütenden‹ Gesellschaft wird, macht diesen Roman zu einem faszinierenden – der Kalauer sei erlaubt – Kunst-Stück« (Rainer Moritz, MDR).

 

Foto: (c) Franziska Reck

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