Autor Archive - Literaturszene Köln e.V. Das literarische Leben der Stadt Köln Sun, 05 May 2024 17:34:54 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Alois Berger – Föhrenwald, das vergessene Schtetl https://literaturszene-koeln.de/termin/alois-berger-foehrenwald-das-vergessene-schtetl/ Tue, 14 May 2024 18:00:00 +0000 https://literaturszene-koeln.de/?post_type=tribe_events&p=23594 Ein komplett vergessenes Schtetel kurz nach dem Krieg mitten in Deutschland. Der Journalist Alois Berger berichtet in der Buchhandlung Goltsteinstraße von einer wahrlich unglaublichen Geschichte aus seiner bayerischen Heimat.

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Ein komplett vergessenes Schtetl kurz nach dem Krieg mitten in Deutschland. Der Journalist Alois Berger, 1957 in Wolfratshausen bei München geboren, berichtet von einer wahrlich unglaublichen Geschichte aus seiner bayerischen Heimat, der er nur durch Zufall auf die Spur kam.

Von 1945 bis 1957 lebten im bayerischen Wolfratshausen im Ortsteil Föhrenwald zeitweise mehr als 5000 Juden, Überlebende des Holocaust – mit Synagogen, Religionsschulen, einer jiddischen Zeitung, eigener Polizei und Selbstverwaltung. 1957 wurde Föhrenwald aufgelöst, die Bewohner auf deutsche Großstädte verteilt, der Ort umbenannt und somit aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht.

„Ich habe meine gesamte Jugend in einer Art Theaterkulisse verbracht, einer sehr schönen, fast kitschigen Theaterkulisse mit verschneiten Bergen am Horizont, glasklaren Seen, mit malerischen Bauerndörfern und barocken Kirchen. Natürlich war das alles real, aber die Bilder im Kopf bekamen zerschlissene Ränder und fadenscheinige Stellen, als ich herausfand, dass mitten in dieser friedlichen Landschaft ein blinder Fleck war, eine sehr große undurchsichtige Leerstelle, über die nie geredet worden war.“

Dienstag, der 14. Mai ab 20:00 Uhr – Alois Berger berichtet von einer schier unglaublichen Geschichte

Der Eintritt beträgt € 15,- inklusive aller Getränke. Unser Platz ist begrenzt, sichern Sie sich daher HIER bitte alsbald Ihre Eintrittskarte!

Weitere Infos zum Buch oder schon bestellen? HIER geht´s lang!

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Servus Österreich – Max Höfler und Thomas Antonic kommen! https://literaturszene-koeln.de/termin/servus-oesterreich-max-hoefler-und-thomas-antonic-kommen/ Thu, 09 Nov 2023 19:00:00 +0000 https://literaturszene-koeln.de/?post_type=tribe_events&p=20638 Lesung und Buchvorstellung mit Max Höfler und Thomas Antonic aus Österreich

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Mit unserer nächsten Veranstaltung stellen wir Ihnen im Doppelpack gleich zwei österreichische Autoren vor. Max Höfler und Thomas Antonic präsentieren alte und neue Texte rund um den Irrsinn dieser Welt. Dabei kann es durchaus mal etwas schräger und skurril werden – lassen Sie sich überraschen!

Freuen Sie sich mit uns auf einen interessanten, lebhaften und außergewöhnlichen Abend. Der Eintritt beträgt € 15,- inklusive aller Getränke.

Max Höfler wurde 1978 in der Oststeiermark geboren, ist Toningenieur und studierte Germanistik, Philosophie sowie Kunstgeschichte. Inzwischen lebt er als freier Künstler und Schriftsteller in Graz.

Thomas Antonic ist Jahrgang 1980 und stammt aus Bruck an der Mur. Er lebt und arbeitet als Autor, Musiker, Filmemacher, Multimedia-Performer und promovierter Literaturwissenschaftler in Wien.

Freuen Sie sich mit uns auf einen lebhaften und interessanten Abend mit zwei außergewöhnlichen Menschen und Künstlern.

Der Eintritt beträgt € 15,- inklusive aller Getränke. Kartenreservierung telefonisch unter 0221/3400717 oder via http://www.buch78.de

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Ein Nachruf auf Norman Junge. Von Thomas Linden. https://literaturszene-koeln.de/ein-nachruf-auf-norman-junge-von-thomas-linden/ Thu, 21 Apr 2022 18:02:15 +0000 https://literaturszene-koeln.de/?p=18004 Wer dabei war, wird sie nicht vergessen. Norman Junges Frankfurter Rede, die er 2012 zur Verleihung des Sonderpreises Illustration im Rahmen des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Lebenswerk hielt. Auf der Plattform Youtube gibt es Ausschnitte davon, in denen man sehen und hören kann, wie er von seiner Arbeit an den Illustrationen von Ernst Jandls Gedicht

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Wer dabei war, wird sie nicht vergessen. Norman Junges Frankfurter Rede, die er 2012 zur Verleihung des Sonderpreises Illustration im Rahmen des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Lebenswerk hielt. Auf der Plattform Youtube gibt es Ausschnitte davon, in denen man sehen und hören kann, wie er von seiner Arbeit an den Illustrationen von Ernst Jandls Gedicht „Immer höher“ erzählt. 1967 war Norman Junge wegen der Kunst nach Köln gekommen, im Rheinland fühlte er sich wohl, aber sein Humor blieb norddeutsch, trocken und pointiert.

Als Sechsjähriger erlebte Norman Junge 1944 die Luftangriffe auf seine Heimatstadt Kiel, die in seinem Werk auf unterschiedlichste Weise ihr Echo finden sollten. Noch in Junges Mega-Bestseller – dem Bilderbuch „Fünftersein“ – sieht man wie die Deckenlampe im Wartezimmer eines Arztes schwankend ihre Schatten wirft. Ganz so, als hätten Vibrationen das Haus erfasst. Seine Bilderbücher waren in hellen Farben gehalten und doch entbehren sie bei aller Lebensfreude nicht der schattigen Seiten. Meisterhaft verstand er sich auf den Umgang mit den vielfältigen Gesichtern der Angst.

Junges Sympathie gehörte den Störenfrieden der bürgerlichen Ordnung, auch deshalb entwickelte er seine Bildwelten zu den Texten von Joachim Ringelnatz („Der Schnupfen“), Christian Morgenstern („Das große Lalula“) und immer wieder Ernst Jandl. Poetische Subversion demonstrierte Junge 1986 als er sich von der ahnungslosen Bundeswehr im Ohrensessel als „Schlachtenmaler“ engagieren ließ.

Neben seinen Bilderbüchern arbeitete Norman Junge für „Die Sendung mit der Maus“, in der er sein zweites großes Talent, den Umgang mit der Bewegung im Bild, ausspielen konnte. Denn Junge verstand sich vor allem anderen als Bildhauer. In einer großen Werkschau zeigte er 2010 im Museum für Angewandte Kunst Köln seine beweglichen Nonsense-Skulpturen, wie das eintastige Klavier oder den Propeller, der sich um sich selbst dreht.

Am 31. März starb Norman Junge nach langer Krankheit in Köln.

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Nachruf auf Doğan Akhanlı. Von Gerrit Wustmann. https://literaturszene-koeln.de/nachruf-auf-dogan-akhanli-von-gerrit-wustmann/ Mon, 07 Feb 2022 08:42:26 +0000 https://literaturszene-koeln.de/?p=17691 Die sanfte Stimme der Menschlichkeit. Nachruf auf Doğan Akhanlı. „Die Liebe zur Literatur hat mein Leben seit der Kindheit bestimmt“, sagte Doğan Akhanlı einmal. „Literatur war mir immer sehr wichtig, um zu reifen und zu reflektieren. Sie hat dafür gesorgt, dass ich stets vorsichtig und bedacht mit Sprache umgehe. In der Literatur führt jede Antwort

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Die sanfte Stimme der Menschlichkeit. Nachruf auf Doğan Akhanlı.

„Die Liebe zur Literatur hat mein Leben seit der Kindheit bestimmt“, sagte Doğan Akhanlı einmal. „Literatur war mir immer sehr wichtig, um zu reifen und zu reflektieren. Sie hat dafür gesorgt, dass ich stets vorsichtig und bedacht mit Sprache umgehe. In der Literatur führt jede Antwort zu weiteren Fragen. Im Gefängnis waren die Bücher, die ich gelesen hatte, immer bei mir, und wenn ich die Augen schloss, kamen neue Geschichten zu mir.“

Und diese Geschichten hat er aufgeschrieben in seinen Romanen und fürs Theater. Es sind Geschichten der Menschlichkeit, der Versöhnung – und gerade deswegen auch Geschichten all des Grauens, das Menschen im 20. Jahrhundert zu verantworten haben: Der Genozid an den Armeniern; der Holocaust; der NSU-Terror. Das Erinnern der großen Menschheitsverbrechen war ihm nicht minder wichtig als auch, sie zu verstehen, denn die Verleugnung trägt stets die Gefahr neuer Verbrechen in sich. Das ist eine der Botschaften seines Romans „Madonnas letzter Traum“, dem letzten seiner Bücher, das auf Deutsch erschienen ist. Zugleich ist es eine Hommage an Sabahattin Ali und eine Liebeserklärung an die Literatur und an das Lesen.

Doğan wurde 1957 in der Türkei geboren, wuchs ländlich auf, ging mit zwölf Jahren nach Istanbul. 1992 kam er mit seiner Familie nach Deutschland, nach Köln, ins Exil. Zweimal war er in der Türkei verhaftet worden, zwei weitere Male sollten folgen, zuletzt 2017 in Spanien aufgrund eines türkischen Haftbefehls. Erst da wurde er in Deutschland einem größeren Publikum bekannt. Als politisch Verfolgter. Dann als Schriftsteller. Für sein Engagement und seine Bücher erhielt er zahlreiche Preise, darunter die Goethe-Medaille, die er mit einer bewegenden Rede entgegennahm (https://www.youtube.com/watch?v=1Pku07MSd-w). In dieser Rede sagte er, der seine Romane auf Türkisch schrieb: „Ich mag an der deutschen Sprache besonders den Konjunktiv II. Er öffnet uns die Welt des Irrealen, der Träume und des Unwahrscheinlichen. In der von mir am meisten geliebten Form verlegt der Konjunktiv II dieses Reich der Fantasie sogar in die Vergangenheit.“

Nicht nur Schriftsteller war Doğan, sondern auch engagierter Menschenrechtler, der seine Stimme erhob gegen jede Form von Diskriminierung und Repression. Dem Literaturhaus Köln und der Kölner Literaturszene war er in den letzten zwanzig Jahren eng verbunden. Das Publikum wird sich erinnern an seine leise Stimme der Menschlichkeit, an seine bedachten Worte, seine filigranen, und zugleich wortmächtigen Texte und nicht zuletzt an seinen Humor. Seine Kollegen und Freunde erinnern sich an den liebevollen und warmherzigen Menschen, an sein Lächeln und seine Herzlichkeit. Doğan starb, viel zu früh, am 31. Oktober 2021 in Berlin.

Gerrit Wustmann (Köln, Februar 2022)

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„Ich habe geschrieben, bevor ich gelesen habe.“ Der Autor Frank Berzbach im Interview. https://literaturszene-koeln.de/ich-habe-geschrieben-bevor-ich-gelesen-habe-der-autor-frank-berzbach-im-interview/ Mon, 20 Dec 2021 13:51:10 +0000 https://literaturszene-koeln.de/?p=17577 Literaturszene Köln: Lieber Frank, in einem Interview habe ich gelesen, dass du momentan in drei Städten lebst: Hamburg, Köln- und Mannheim. Wo ist für dich „zu Hause“ und was bedeutet Heimat für dich? Frank Berzbach: Im letzten Jahr war das so, seit Oktober wohne ich aber „nur“ auf St. Pauli und in Köln. Ich war

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Literaturszene Köln: Lieber Frank, in einem Interview habe ich gelesen, dass du momentan in drei Städten lebst: Hamburg, Köln- und Mannheim. Wo ist für dich „zu Hause“ und was bedeutet Heimat für dich?

Frank Berzbach: Im letzten Jahr war das so, seit Oktober wohne ich aber „nur“ auf St. Pauli und in Köln. Ich war zu viel unterwegs, ein auch haltloses und abenteuerliches Leben. Bücher spielen, wenn man nicht immer sofort weiß, wo man wach wird, eine noch größere Rolle: man hat sie immer dabei. Zuhause bin ich dort, wo Menschen mich lieben und man „nicht in Frage gestellt wird“, wie es Daniel Schreiber in seinem Essay schreibt. Ich bin in der Nähe von Köln, im Oberbergischen aufgewachsen. Heimisch fühle ich mich in meinem Schreibwohnbüro auf St Pauli und bei meiner Freundin in Köln.

LS: Im September ist dein neuestes Buch „Die Kunst zu lesen. Ein Literaturverführer“ erschienen, schon das zweite Buch während der Pandemie. Dein aktuelles Buch liest sich wie eine Reise, die wir rein durch Literatur erfahren. Wie ist es dir beim Schreiben ergangen in diesen komischen Zeiten, war etwas anders oder ist der Prozess der gleiche geblieben?

FB: Ohne Lesungen fehlt etwas, es bleibt das einsame Handwerk des Schreibens. Es ist frustrierend, ich kann das gar nicht ins Positive wenden. Die Lesungen, die stattfanden, waren atmosphärisch anders und ohne das gesellige Miteinandersein danach ist es kein vollständiger Abend. Ich lerne viel aus den Diskussionen mit dem Publikum, die Onlinelesungen können das nicht auffangen. Auf das Schreiben selbst bezogen sind die Unterschiede gering: ich kann das nur in Stille, ungestört und allein. Inzwischen fragt man sich, wofür und warum man schreibt — weil es nicht zum Vorstellen des Buches kommt. Es ist wie komponieren ohne Auftritt. Es gab, für das aktuelle Buch, keine Premierenfeier. Das bedeutet: man sitzt allein zu Hause, klopft sich auf die Schulter und gratuliert sich selbst. Alles andere ist ein Smartphone. Lesungen geben die Möglichkeit, für sein Buch zu werben, es vorzustellen. Ohne entscheiden allein Medien darüber, wer die Aufmerksamkeit bekommt — und da gelten ganz eigene Trends. Ob jemand telegen ist, hat mit dem Text in einem Buch nichts zu tun.

LS: Du hast das Lesen recht spät während der Schulzeit für dich entdeckt und seitdem begleiten dich Bücher als wichtiger Bestandteil deines Lebens. Wie bist du selbst zum Schreiben gekommen?

FB: Ich habe geschrieben, bevor ich gelesen habe. Schon als Kind kleinere Geschichten. Das ging aber eher aus meiner Begeisterung für Füller und Schreibgeräte, schönes Papier und so weiter hervor. Schreiben war wie das akkurate Zeichnen von Buchstaben. Nachdem „Die unendliche Geschichte“ mich zum Leser gemacht hatte, wurde es etwas anders. Ich habe immer viele Briefe geschrieben, und eigentlich sind meine Bücher immer noch Briefe — an Leserinnen und Leser.

In der Promotionszeit habe ich mir mit dem Wissenschaftsjournalismus ein zweites Standbein aufgebaut, die Karrieren an der Universität sind umkalkulierbar; und aus meiner Lehrtätigkeit an einer Hochschule ging mein erstes Buch hervor: ein Arbeitspsychologiebuch für Kreative. Wissenschaftler publizieren, das ist nichts besonderes, sondern Teil der Aufgabe. Neu war nur, dass ich für eine breitere Zielgruppe schrieb. Der Schritt ins Künstlerische, ins Erzählen und den Essay, der kam auch über die Ermutigung von Freunden. Mein Verleger bei Eichborn, Dominique Pleimling, hat mich sehr motiviert, meine eigenen Geschichten mit der Literatur zu erzählen. Ich brauche für mein Schreiben immer Musen — das können Schallplatten, Bücher, Menschen sein — ihre Schönheit gibt mir Kraft und Ideen.

LS: Im September bist du im Rahmen der 2. Kölner Literaturnacht aufgetreten und zwar zusammen mit deiner Freundin Nina, die Jazz Sängerin ist. Ihr teilt u.a. die Liebe zu Nick Cave und Patti Smith, welche Rolle spielt die Musik für dein Schreiben? Hast du schon mal Song Texte geschrieben? Wäre das etwas was dich reizen würde?

FB: Für Nina sind diese beiden Songs, die sie gespielt hat, eher fremd. Patti Smith ist eher Dichterin und alles andere als eine Sängerin im handwerklichen Sinne — Nina singt komplizierte Stücke von Ella Fitzgerald; es war daher spannend, ihre Interpretation dieser beiden Songs zu hören. Musik von singenden Dichtern und Dichterinnen — Johnny Cash, PJ Harvey, Nick Cave, Patti Smith, Bob Dylan, den Beatles — sind für mich eine permanente Inspiration. Diese Musik, der Stil, die Atmosphäre und ihre Geschichten umgeben mich. Patti Smith hat Bücher gemacht, die mich beschäftigen und begeistern. Ich schreiben inzwischen, allerdings bisher etwas verborgen, Gedichte. Der Weg zu Songtexten ist nicht weit, ich habe darüber noch nicht weiter nachgedacht. Ich habe einen Zyklus an Erzählungen geschrieben unter dem Titel „Wie es ist neben dir wach zu werden“ — dazu meinten einige, das seien eher Songtexte als Kurzgeschichten. Ich müsste einmal eine Reihe Texte unter dem Titel „Songs“ veröffentlichen, fiktive Musiker dazu erfinden und schauen, was geschieht.

LS: Du unterrichtest Literaturpädagogik und Philosophie an der TK in Köln, dein aktuelles Buch ist im Kölner Eichborn Verlag erschienen: Wie nimmst du die Kölner Literaturszene wahr und was würdest du dir für die Zukunft wünschen?

FB: Ich war die letzten Jahre etwas stärker bezogen auf St. Pauli, dort ist es, so mein Eindruck, etwas einfacher Zugang zu bekommen. In keiner Stadt hatte ich so wenig Einladungen zu Lesungen wie in der, in der ich lebe — Köln. Warum, das kann ich nicht sagen. Ich habe erst durch Melanie Raabe und unseren kleinen Autor:innenstammtisch zum Beispiel Annette Wieners, Mathias Berg oder Anne Siegel kennen lernen dürfen. Aber ich habe hier bisher keinen Zugang zu „einer Szene“ und bin einfach dankbar, wenn ich eingeladen werde. Für mich spielen in meiner Lesebiographie zwei Kölner eine große Rolle: Irmgard Keun und Heinrich Böll. Ich stelle mir vor, dass viele Kenner:innen und Fans in der Stadt herumlaufen — aber ich kenne sie leider nicht. Einige Autoren sagen, dass man in der eigenen Stadt gern übergangen wird. Aber auch acht Bücher reichen nicht aus, also bin ich viel auf reisen. Eine seltsame Logik, oder?

Danke, lieber Frank, für das schöne Gespräch.

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