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SUMMARY:Nicole Krauss: Ein Mann sein
DESCRIPTION:Furchtlos stürzt sich Nicole Krauss in ihrer Kurzgeschichtensammlung in den Kampf um das Verständnis\, was es heißt\, ein Mann und eine Frau zu sein. Die große Stimme der US-amerikanischen Literatur erforscht in Ein Mann sein (Rowohlt) die Momente\, in denen die Kräfte von Sex\, Macht\, Liebe und Gewalt aufeinanderprallen. \nMit großer psychologischer Tiefe beleuchten Nicole Krauss’ Storys jene Momente im Leben\, in denen Leidenschaften die Existenz von Männern und Frauen antreiben. Geografisch weit gespannt – von der Schweiz bis nach Japan\, von New York bis nach Tel Aviv –\, erzählt Bestsellerautorin Nicole Krauss von den Zumutungen des Zusammenseins. Wenn etwa eine jüdische New Yorkerin von ihrem deutschen Geliebten hören muss\, dass er\, achtzig Jahre früher geboren\, vielleicht ein überzeugter Nazi gewesen wäre. Wenn eine Frau in der Wohnung ihres verstorbenen Vaters einem Unbekannten begegnet\, der plötzlich ihr Leben dominiert. Oder wenn die junge Internatsschülerin von der Beziehung ihrer Mitschülerin mit einem älteren reichen Mann erfährt. \nEs sind Erzählungen von eindringlicher Intimität: zu lebendig-klar für saubere Handlungs-stränge\, einfache Lösungen oder Antworten in Schwarz-Weiß. Über die Nuancen von Sex und Liebe\, Intimität und Abhängigkeit schreibt Nicole Krauss gleichzeitig erschreckend und zutiefst bewegend. \nVeranstaltungspartner: Rowohlt Verlag \nFoto: (c) Goni Riskin
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SUMMARY:Gisela Steinhauer: Der schräge Vogel fängt mehr als den Wurm
DESCRIPTION:Die Flugrichtung ändern\, auf der Schussfahrt wenden\, einen Neuanfang wagen: WDR-Moderatorin Gisela Steinhauer spürt in Der schräge Vogel fängt mehr als den Wurm (Westend) besonderen Lebensläufen nach und erzählt von Menschen mit Mut zum Neuanfang. Im Gespräch mit Volker Schaeffer geht es um Lebensentwürfe\, »schräge Vögel« und die Frage\, wer oder was als Kompass für unsere eigenen Entscheidungen taugt. \nWas fange ich mit meinem Leben an? Habe ich meine Lebensentscheidungen richtig getroffen? Soll mein Leben so weitergehen wie bisher oder soll es anders werden? WDR-Moderatorin Gisela Steinhauer hat in ihren 30 Jahren als Journalistin einige Tausend Menschen interviewt. Die Vielzahl an Geschichten hat sie sensibilisiert für den Reichtum an Lebensentwürfen. Die originellsten\, schrägsten\, außergewöhnlichsten Lebensgeschichten treffen in ihrem Buch aufeinander: der Schreiner aus Bochum-Stiepel\, der zum Ritter geschlagen wurde; die Enkelin von Bambi-Erfinder Felix Salten\, die in Nepal ein Hilfswerk gründete; ein U-Boot-Kommandant\, der Schamane wurde; eine Wüstenführerin\, die vorher Bembel getöpfert hat; ein Kunstfälscher\, bei dem selbst die Oma nicht echt war. Gisela Steinhauers Geschichten wagen einen neuen\, anderen Blick auf Aussteiger\, »schräge Vögel« und Lebenskünstler\, die ermutigen und Vorbild sein können. \nFoto: (c) Thomas Brill
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SUMMARY:Marcel Beyer: Von der Wirklichkeit des Möglichen
DESCRIPTION:Für Marcel Beyer ist die Literatur der zurückliegenden Jahre von einer Sehnsucht nach Schreibfeldern geprägt\, die das »bloß Literarische« überschreiten\, etwa im »Nature Writing« oder der Arbeit an nicht-fiktionalen Texten\, einer Prosa ohne Plot gewissermaßen\, die an Erkenntnisprozessen Gefallen findet. Im Literaturhaus wird Marcel Beyer u. a. aus seinem Gedichtband Dämonenräumdienst (Suhrkamp) lesen. \nSchreib es auf\, Sonst mußt Du es / am Ende noch erleben \nIm Gespräch mit Christof Hamann und Anja Lemke werden an die Lesung anschließend Marcel Beyers literarische Schreibprozesse reflektiert werden. In einer Besprechung von Dämonenräumdienst sah Helmut Böttiger in der Schrift »das Medium\, mit dem das Gedicht sich selbst reflektiert\, und deshalb geht es hier nicht um bloße Erinnerungsfragmente\, sondern um die Art und Weise\, wie das alles zu einer Kunstform gerinnt.« Wie lassen sich verschiedene Schreibweisen unterscheiden\, und lassen sich Konvergenzen etwa zwischen literarischem und wissenschaftlichem Schreiben ausloten? Zur Diskussion stehen Graubereiche von Textformen\, die sich aus anderen als den festgeschriebenen Schreibpraktiken ergeben. \nMarcel Beyer hält sich im Sommersemester als Fellow am Erich Auerbach Institute for Advanced Studies der Universität zu Köln auf. Zuletzt wurde er 2021 mit dem Peter-Huchel-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet\, 2016 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. \nVeranstaltungspartner: Erich Auerbach Institute for Advanced Studies\, Institut für deutsche Sprache und Literatur I an der Universität zu Köln
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SUMMARY:TAKE AWAY. Literatur unterwegs
DESCRIPTION:Zum vierten Mal bringt das Literaturhaus Literatur und Gespräch mitten in die Stadt\, zu den Menschen\, live und zum Mitnehmen. Asal Dardan\, Thorsten Krämer und Tilman Strasser lesen im Schaufenster aus Texten zur Stadt. Svenja Reiner und Tilman Strasser moderieren. \nMehr Informationen und alle TAKE AWAY-Texte zum Nachhören unter www.takeaway-literatur.de \nMit freundlicher Unterstützung von Kunststiftung NRW\, Kulturamt der Stadt Köln\, Butlers\, KölnBusiness\, Stadtmarketing Köln
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SUMMARY:Verleihung des Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreises
DESCRIPTION:Der Dramatiker und Autor Wolfram Lotz erhält den Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis. Die Jury begründet die Preisvergabe unter anderem mit Wolfram Lotz’ scharfer poetischer Durchleuchtung der Wirklichkeit\, die eine neue Sicht auf uns und die Welt beschert. Im Literaturhaus Köln findet die Preisverleihung statt. \nEintritt: frei\, Anmeldung erforderlich \nAnmeldung unter: info@literaturhaus-koeln.de
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SUMMARY:Julia von Lucadou: Tick Tack
DESCRIPTION:Mit gleißender Klarheit und schneidendem Witz zeigt Julia von Lucadou in Tick Tack (Hanser Berlin) einen Ausschnitt unserer Gegenwart\, in der sich digitale und reale Wirklichkeit komplett durchdringen. Mit Anne Burgmer spricht sie über soziale Medien\, Mainstream und Wut. \nAuf den Kapitalismuszug aufspringen\, ist Teil der Sabotagestrategie. Wir sind solange Teil der Maschine\, bis wir das System von innen ausgenagt haben. Hohlheit für Hohlheit. \nEinserschnitt im letzten Zeugnis\, Ethikpreis und das Stipendium des Begabtenförderungsfonds des Landes NRW: Mette\, 15\, ist brillant und zugleich voller Wut auf die Verlogenheit der Welt – und verwirrt ihr privilegiertes Umfeld mit einem Selbstmordversuch. Als sie Jo kennenlernt\, glaubt sie\, einen Verbündeten zu finden. Er rekrutiert Mette für den Kampf gegen den Mainstream. Es beginnt ein Spiel\, dessen Regeln Mette nicht durchschauen kann. \nMit ihrem Debütroman Die Hochhausspringerin (Hanser Berlin) stand Julia von Lucadou 2018 auf der Shortlist für den Schweizer Buchpreis. Widmet sie sich hier einer dystopisch kalten Zukunft\, so schaut in Tick Tack ein junges Mädchen mit zynisch-sezierendem Blick auf die Welt von heute. \nWenn wir das Schicksal der Menschheit in den Händen von geriatrischen\, testosterongesteuerten\, geldgierigen CEOs lassen\, haben wir bis zur Rente keinen Planeten mehr. \nJulia von Lucadou erzählt kraftvoll und klug von unserer Gegenwart – auf perfide Weise unterhaltsam und zugleich verunsichernd. \nFoto: (c) Guido Schiefer
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SUMMARY:Katharina Adler: Iglhaut
DESCRIPTION:Iglhaut\, Einzelgängerin und Heldin wider Willen\, liebt Whiskey-Cocktails\, hat Geldprobleme und einen Hund namens Kanzlerin\, für Beziehungen ist sie zu tough. Und doch bringt sie unterschiedlichste Menschen zusammen\, ihre Münchner Hinterhofwerkstatt wird zum Knotenpunkt zutiefst menschlicher Geschichten. Katharina Adlers zweiter Roman Iglhaut (Rowohlt) ist eine Feier des Lebens in all seinen Facetten – ungeschönt\, komisch\, faszinierend. Es moderiert Tilman Strasser. \nFoto: (c) Christoph Adler
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SUMMARY:Literarischer Salon: Sasha Marianna Salzmann
DESCRIPTION:Guy Helminger und Navid Kermani begrüßen im Literarischen Salon Sasha Marianna Salzmann\, die diesjährige Preisträgerin der Literaturhäuser. \nBereits mit ihrem ersten Roman Außer sich stand Sasha Marianna Salzmann auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Seitdem ist die Begeisterung unterschiedlichster Preisjuroren nicht abgebrochen. Dabei hat die Hausautorin des Maxim-Gorki-Theaters gerade erst ihren zweiten Roman veröffentlicht: Im Menschen muss alles herrlich sein (beide Suhrkamp). Egal\, ob Sasha Marianna Salzmann von Zwillingen und deren Suche nach Zugehörigkeit erzählt oder ob sie gleich mehrere Generationen auf ihrem Weg aus den postsowjetischen Trümmern der Ukraine nach Deutschland begleitet\, immer zieht ihr spezieller Sound in den Bann. Die Autorin\, die sich selbst als non-binär bezeichnet\, verhandelt in ihren Werken aktuelle Themen wie sexuelle Ambiguität\, Desintegration\, existentielle Brüche\, fluide Identität und Genderfragen und das in einer so wunderbar sinnlichen Sprache\, dass ihr in diesem Frühjahr der Preis der Literaturhäuser zugesprochen wurde. Der Literarische Salon wird also erstmals in seiner Geschichte zugleich eine Preislesung sein. Guy Helminger und Navid Kermani machen sich schon mal an die Laudatio! \nVeranstaltungspartner: Stadtgarten\, Heinrich-Böll-Stiftung\, Kulturamt der Stadt Köln\, Buchhandlung Klaus Bittner
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SUMMARY:Stewart O’Nan: Ocean State
DESCRIPTION:Ocean State (Rowohlt)\, der neue Roman von Stewart O’Nan\, beleuchtet die tragischen Abgründe eines Lebens am unteren Rand der Gesellschaft. \nIn einer Arbeiterstadt in Rhode Island\, dem kleinsten Bundesstaat der USA\, wird Birdy von ihrer Mitschülerin Angel umgebracht – beide waren in den gleichen Jungen aus wohlhabenden Verhältnissen verliebt. Stewart O’Nan rollt Vorgeschichte und Folgen des Mordes multiperspektivisch auf. Mit ihm im Gespräch: Christian Bos. \nStewart O’Nans neuester Roman verrät bereits in den ersten Zeilen\, dass eine Highschool-Schülerin ermordet wurde. Mit unglaublicher Wucht entfaltet sich von da an die Geschichte eines Mordes\, erzählt aus den wechselnden Perspektiven von vier Mädchen und Frauen. Da ist Angel\, die Täterin\, Carol\, ihre alleinerziehende Mutter\, die mit ihren beiden Töchtern in einem verfallenden\, mitunter gespenstischen Haus am Fluss lebt\, und Birdy\, das Opfer – drei Menschen\, deren Schicksale auf ebenso tragische wie unvermeidliche Weise zusammen-laufen. Angel und Birdy lieben denselben Jungen und werden durch die Intensität ihrer Gefühle zu Extremen gezwungen\, die keine von ihnen vorhersehen konnte. Über allem schweben die Erinnerungen von Angels jüngerer Schwester Marie\, die rückblickend über jenen verhängnisvollen Herbst des Jahres 2009 nachdenkt. \nWie auch in seinen Romanen zuvor werden bei Stewart O’Nan kleine Schicksale zu großer Literatur. Mit unbestechlichem Blick schildert er kraftvoll poetisch und bewegend die Sehnsüchte seiner Figuren – nicht zuletzt deren Hoffnung\, der Perspektivlosigkeit der eigenen Herkunft zu entkommen. \n»O’Nan ist ein bemerkenswert einfühlsamer\, präziser und unprätentiöser Erzähler\, dem es immer gelingt\, Menschen\, die aus dem amerikanischen Traum gefallen sind oder zumindest an dessen Rand stehen\, lebensecht zu charakterisieren« (NZZ). \nDiese Veranstaltung gibt es auch im Livestream. Tickets zum Livestream finden Sie hier. \nVeranstaltungspartner: Rowohlt Verlag \nFoto: © Philippe MATSAS/Opale \n 
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SUMMARY:Esther Kinsky: Rombo
DESCRIPTION:Rombo (Suhrkamp) ist die Geschichte eines Erdbebens\, das nicht nur die Landschaft im nordöstlichen Italien umkrempelt\, sondern auch in den Biografien der Menschen tiefe Spuren hinterlässt. Esther Kinsky erzählt in ihrem neuen Roman von den Verwüstungen einer Naturkatastrophe und den menschlichen Traumata\, die auf sie folgen – und für die unsere Sprache keine Worte bereithält. Über das Erzählen von Angst und Verlust spricht Esther Kinsky mit Norbert Wehr. \nSpäter wird jeder von dem Geräusch reden. Vom Rombo. Mit dem es anfing. Mit dem alles anders wurde\, wie man so sagt\, mit einem Schlag\, dabei war es eher ein Stoß\, wie das dumpfe\, stumpfe Ende einer aus weiter Ferne herangerollten Bewegung. Jedem hat sich dieses Geräusch ins Gedächtnis eingeschrieben\, unter verschiedenen Namen. \nEin Auszug des neuen Romans von Esther Kinsky wurde bereits vor Erscheinen mit dem W.-G.-Sebald-Literaturpreis ausgezeichnet. Die Jury sah darin einen Text\, »der in beeindruckender Weise eine Erinnerungspoetik des Gesteins und der Landschaft entfaltet«. Zwei schwere Erdbeben erschüttern 1976 das Friaul und seine Bevölkerung im nordöstlichen Italien. An die tausend Menschen sterben unter den Trümmern. Die Wucht der Katastrophe lässt sich an den Verformungen ablesen\, die neue Landschaften bilden. Für die menschlichen Tragödien\, für die Erfahrung der plötzlich zersprengten Heimat formt sich erst ganz langsam ein Erzählen. Sieben Bewohner eines abgelegenen Bergdorfs berichten von Überleben und Weiterleben\, das gemeinsam durchlebte Trauma wird zur Folie für individuelle Erinnerungen. »Ein leise donnerndes Buch über die Akustik und Psychotektonik der Apokalypse« (Welt am Sonntag).
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SUMMARY:Ein Abend für Marie T. Martin
DESCRIPTION:Im November 2021 ist die Lyrikerin und Künstlerin Marie T. Martin viel zu früh verstorben. Sie war eine Meisterin der kleinen Form\, vielfältig verbunden mit der Literaturszene Kölns und weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus. Ulrike Janssen\, Jürgen Nendza\, Sabine Schiffner\, Tom Schulz\, Julia Trompeter sowie Janko Hanushevsky widmen ihr diesen Abend mit Text und Ton. Christof Hamann moderiert. Sie alle erinnern an das Werk einer Freundin und Weggefährtin\, die Strahlkraft dieses Werkes hält auch nach ihrem Tod an. \nSie »holt die Worte aus den gewohnten Zusammenhängen und gibt ihnen ein Eigenleben zurück«\, schreibt Büchner-Preisträgerin Elke Erb über Marie T. Martins Gedichte. Neben Träumen und Märchen sind die Gedichte in Marie T. Martins zweitem Gedichtband Rückruf (Poetenladen) von Erinnerungen geprägt sowie dem Bestreben\, die Dinge auf eine andere Art wahrzunehmen. Neben dem Staunen über vermeintlich Alltägliches offenbaren sich auch Momente von Krankheit und Schmerz. Dabei dringt immer wieder die Natur durch\, gleichsam als ständiger Begleiter und Gegenpol zur Vergänglichkeit. Ihre Schrift ist eine\, die mehr verhüllt\, als zu zeigen\, wie es in einem ihrer Gedichte heißt. Dennoch ist Marie T. Martins Poetik »durchlässig\, offen\, zugewandt. Und man kann es zurecht einen magischen Sprachrealismus nennen\, der sich in diesen Texten zeigt; der etwas zu erwecken vermag«\, schreibt Tom Schulz im Nachwort zu Rückruf.\n»Mit Rückruf legt Marie T. Martin einen wegweisenden\, womöglich epochalen Gedichtband vor – fein komponiert\, anrührend und erstaunlich in jeder Zeile\, dabei von einer Gelassenheit getragen\, der man Glauben schenkt und die beflügelt« (Mirko Bonné\, FAZ). \nMit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW \nFoto: (c) Alexandra Heneke
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SUMMARY:Projekt Aufklärung. Freiheit & Finsternis
DESCRIPTION:»Aufklärung« ist das Thema einer vierteiligen ARTE-Reihe\, die ab dem 13. April ausgestrahlt wird. Als Medienpartner von ARTE zeigt das Literaturhaus vorab die Folge über »Erkenntnis« – und wirft im Anschluss einen Blick auf eine der bekanntesten Auseinandersetzungen mit der Geschichte der Aufklärung. Moderator Manuel Gogos befragt Autor Martin Mittelmeier zu Freiheit und Finsternis. Wie die »Dialektik der Aufklärung« zum Jahrhundertbuch wurde (Siedler). \n18.00 Uhr: Film | 19.30 Uhr: Buchvorstellung \nEintritt Film: frei (Anmeldung über info@literaturhaus-koeln.de) | Eintritt Buchvorstellung: 10\,-/8\,- € | Mitglieder: 6\,- € \nVeranstaltungspartner: ARTE\, Netzwerk der Literaturhäuser
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SUMMARY:Monica Ali: Liebesheirat
DESCRIPTION:In Liebesheirat (Klett-Cotta)\, dem lang erwarteten neuen Roman von Monica Ali\, erzählt die große britische Autorin von Yasmin und Joe\, deren Hochzeitspläne die Unterschiede ihrer Herkunft unüberwindbar scheinen lassen. Während Yasmins Familie traditionsbewusst und konservativ ist\, hat Joes Mutter den Ruf einer feministischen Ikone. Das Aufeinandertreffen der beiden Familien ist zugleich der Versuch\, einander zu verstehen. Über das Aushandeln von Tradition und Progression spricht Monica Ali mit Julian Hanebeck. Aus der Übersetzung von Dorothee Merkel liest Azizè Flittner. \nZu Beginn von Liebesheirat sieht Yasmin nervös einem ersten Familienessen im Haus ihrer zukünftigen Schwiegermutter Harriet im noblen Primrose Hill entgegen. Ihre Mutter Anisah hat zehn Stunden in der Küche gestanden\, um schließlich aus dem Londoner Süden mit Tragetaschen voller Tupperware vor der Tür der eleganten Harriet zu stehen. Diese ist bekannte Autorin\, eines ihrer feministischen Bücher ist bereits im Küchenabfall der konservativen Ghoramis gelandet. Während Harriet mit Neugier auf die neue multi-kulturelle Familienbande schaut\, kann sich Yasmin des Verdachts nicht erwehren\, dass sich die oberflächlichen Unterschiede zwischen den Familien als unüberbrückbar erweisen könnten.\nDie Bühne ist bereitet für die Spannungsfelder moderner Identität: Herkunft\, Geschlecht\, Glaube\, Sexualität. Wie schon in ihrem Bestseller Brick Lane (Klett-Cotta) begeistert Monica Ali mit ihrer brillanten Erkundung der Komplexität menschlicher Beziehungen und mit ihren scharfsinnigen Beobachtungen zu den großen Themen Liebe\, Sex und Culture Clash. Liebesheirat ist ein Roman über Zusammengehörigkeit – zwischen Kulturen\, Familien\, Paaren. Was als tragikomischer Liebesroman beginnt\, entwickelt sich zu einer bewegenden Geschichte\, in der Beziehungen neu bewertet und auf den Prüfstand gestellt werden müssen. \nVeranstaltungspartner: Klett-Cotta \nFoto: (c) Yolande De Vries
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SUMMARY:Emine Sevgi Özdamar: Ein von Schatten begrenzter Raum
DESCRIPTION:Ein von Schatten begrenzter Raum (Suhrkamp) sei »eine Kulturgeschichte des Kontinents\, wie es noch keine gab«\, so die Begründung für den Bayerischen Buchpreis 2021 für Emine Sevgi Özdamar. Ihr neues Buch erzählt vom Militärputsch 1971 in Istanbul\, von Flucht und Ankommen in Europa und einem europäischen Künstlerinnenleben\, in dem es möglich scheint\, einzig mit der Poesie Grenzen einzureißen. Mit Ulrich Noller spricht die Autorin über ein Leben mit der Kunst. \nWenn man von seinem eigenen Land einmal weggegangen ist\, dann kommt man in keinem neuen Land mehr an. Dann werden nur manche besonderen Menschen dein Land. \nAls das türkische Militär 1971 putscht\, flieht eine junge Künstlerin aus Istanbul übers Meer nach Europa\, wo sie den kulturellen Reichtum ihres Landes teilen und lebendig erhalten möchte – ohne einzig auf ihre Heimat reduziert zu werden. Sie entdeckt im Berlin der Mauerjahre und im Nouvelle-Vague-Milieu von Paris eine Welt\, in der künstlerische Biografie und politische Ereignisse untrennbar miteinander verwoben sind\, eine Welt\, die von einer faszinierenden Freiheit und Offenheit durchzogen ist. Emine Sevgi Özdamars Istanbul-Berlin-Trilogie (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch) liegt fast zwanzig Jahre zurück. Mit Ein von Schatten begrenzter Raum schreibt die in Berlin lebende Schriftstellerin und Schauspielerin nun ein »geistiges Gründerzeitmärchen« (Die Welt)\, ein wortgewaltiges Loblied auf das Wunder der Kunst\, des Theaters und der Literatur.\n»Der Blick\, den Özdamar freigibt auf Fremdsein und Fremd-gemacht-Werden\, auf Sprachverlust und Sprachermächtigung\, gehört zu den großen Geschenken des Buchs an seine Leser« (FAZ).
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SUMMARY:Chloé Delaume: Das synthetische Herz
DESCRIPTION:In ihrem aktuellen Roman Das synthetische Herz (Liebeskind)\, ausgezeichnet mit dem Prix Médicis\, erzählt Chloé Delaume vom Schlachtfeld Beziehungsmarkt\, von den Enttäuschungen des Älterwerdens und dem Wunsch nach weiblicher Souveränität. Im Literaturhaus spricht sie mit Angela Spizig. Aus der Übersetzung von Claudia Steinitz liest Milena Karas. \nDies ist die Geschichte einer Rose\, die noch nicht weiß\, dass sie zum Mauerblümchen wird. Adélaïde Berthel ist eine Frau wie viele andere. Für die mit sechsundvierzig Jahren das Ende der Mädchenträume eingeläutet wird. \nAdélaïde ist sechsundvierzig und nach einer längst überfälligen Trennung endlich wieder Single – eine aussichtsreiche Situation\, wie sie zunächst glaubt. Doch ihre Suche nach einem neuen Partner entpuppt sich als Tour de Force. Sie\, die sich selbst immer als die treibende Kraft ihrer Entscheidungen sieht\, die nichts bereut und in keine Opferrolle passt\, fühlt sich nach dem Auszug aus der großzügigen gemeinsamen Wohnung in ihr eigenes winziges Apartment\, als wäre sie nicht mehr die Heldin ihres Lebens. Einsamkeit lastet auf ihr »wie ein Sack voller Katzenbabys\, die man zum Fluss trägt«\, sie muss sie erlernen wie »die Exilantin eine fremde Sprache«. Bis jetzt verließ sie immer einen Mann für einen anderen\, sie war neun Mal verliebt\, hatte acht Liebhaber\, einen Ehemann. Nun aber hat sie Angst vor der Zukunft\, »die keine Blüten tragen wird«. Sie hat keine Wahl\, sagt die Statistik\, es gibt viel mehr Frauen als Männer\, und Männer sind entweder verheiratet\, suchen nach jüngeren Frauen oder sterben zuerst.\nZwischen Euphorie und Angst bewegt sich Adélaïde in Chloé Delaumes neuem\, in Frankreich hochgelobten Roman. Das synthetische Herz ist eine humorvolle\, scharfzüngige Satire auf romantische Vorstellungen von Paarbeziehungen\, es ist zugleich ein Roman über Möglichkeiten\, ein Manifest für mehr weiblichen Mut und innere Freiheit. \nVeranstaltungspartner: Institut francais\, Liebeskind Verlag \nFoto: (c) Hermance Triay
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SUMMARY:Literarischer Salon: Norbert Gstrein
DESCRIPTION:Guy Helminger und Navid Kermani begrüßen im Literarischen Salon Norbert Gstrein. \nWas ist Wahrheit? Kann es Eindeutigkeit geben? Stimmt das\, was mir da erzählt wird? Der 1961 in Tirol geborene Norbert Gstrein gilt als Meister des Multiperspektivischen. Wer Glatteis liebt\, ist hier richtig. Wer das nicht tut\, ebenfalls\, denn Norbert Gstreins Kunst weckt gerade durch ihren virtuosen Hang zur Ambivalenz jene Reflexion\, die einen vorsichtig werden lässt. »Stilistischer Meister«\, »raffiniertester deutschsprachiger Erzähler«\, die Kritiker überbieten sich bei jedem neu erschienenen Buch Norbert Gstreins\, dessen letzter Roman Der zweite Jakob auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2021 stand. Darin geht es um einen Ich-Erzähler\, einen Schauspieler\, der eine schreckliche Schuld zu vertuschen versucht\, und die Leser bleiben ihm bis zur letzten Seite auf der Spur\, so geistreich\, furios und spannend ist das alles erzählt. \nEine Veranstaltung im Rahmen der lit.COLOGNE. \nVeranstaltungspartner: Stadtgarten\, Heinrich-Böll-Stiftung\, Kulturamt der Stadt Köln\, Buchhandlung Klaus Bittner \nFoto: (c) Oliver Wolf
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SUMMARY:Bettina Flitner: Meine Schwester
DESCRIPTION:Der Selbstmord der Schwester reißt die Fotografin Bettina Flitner in tiefe Verzweiflung\, der sie mit diesem Buch das Erzählen entgegensetzt. Mit einem an der Fotografie geschulten\, unbestechlichen Blick\, voller Hingabe\, Witz und Traurigkeit erzählt Bettina Flitner die Geschichte einer innigen Geschwisterbeziehung. Indem sie erinnert\, schreibt sie gegen den Tod an\, im Schreiben verarbeitet sie ihren Schmerz. Meine Schwester (Kiepenheuer & Witsch) ist ein tief bewegender Text. Jürgen Wiebicke moderiert. \nMeine Fragen habe ich nicht beantwortet bekommen. Im Gegenteil. Es sind noch mehr Fragen hinzugekommen. Aber vielleicht ist es ja so\, dass die Fragen wichtiger sind als die Antworten. Eins aber hat sich grundlegend verändert. Schon als ich schrieb\, habe ich es gemerkt. Das Gefühl des Ausgeliefertseins wich. Es wurde leichter\, immer leichter. Ich tauchte zurück und holte Stück für Stück hoch. Alles\, was seit Jahren in Kommode und Keller gelegen hatte. Ich fand Briefe und Fotos und ein Tagebuch. Ich musste lachen. Ich musste weinen. Ich wurde wütend. \nIm Schreiben liegt ein ungeheurer Trost. Davon zeugt Bettina Flitners autobiographisches Buch Meine Schwester\, in dem sie den tragischen Verlust ihrer Schwester verarbeitet\, erzählend ihre eigene Trauer bewältigt. Drei Jahre liegt es im Moment des Niederschreibens zurück\, dass sich die geliebte Person das Leben nahm – ein Schock\, auf den Verzweiflung und Lähmung folgten. Den Ausbruch aus Trauer und Resignation schafft sie schlussendlich\, als sie zu schreiben beginnt: Meine Schwester ist ein Buch der Befreiung. \nMit beinahe fotografischem Blick erzählt Bettina Flitner von einer innigen\, komplexen Geschwisterbeziehung und stellt sich in aufrichtiger Selbstreflexion den Gespenstern der Vergangenheit. Entstanden ist ein mutiges Buch\, das zum Thema macht\, was vielerorts tabuisiert und totgeschwiegen wird. Ein Dokument der Hoffnung\, das in der vermeintlichen Ausweglosigkeit Perspektiven findet. \nVeranstaltungspartner: lit.COLOGNE\, Kiepenheuer & Witsch \nFoto: (c) Bettina Flitner
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SUMMARY:Yannic Han Biao Federer: Tao
DESCRIPTION:Buchpremiere von Yannic Han Biao Federers zweitem Roman Tao (Suhrkamp)! Darin erzählt er von der Spurensuche Taos nach Vater und Großvater\, entlang postkolonialer Verwerfungen\, in der deutschen Provinz wie im zerrissenen Hongkong von heute. Tao beginnt zu schreiben\, um die eigene Geschichte zu ordnen. Im Gespräch mit Tilman Strasser stellt Yannic Han Biao Federer die Frage\, wie gemeinsame Erinnerung erzählt werden kann\, wem sie gehört – und was sie verspricht. \nTao nannte Miriam mich nur\, wenn wir allein waren und nackt oder kurz vor Küssen\, die nicht beiläufig waren\, sondern bedeutsam und ernst\, sonst sagte sie Tobi\, wie alle anderen auch\, die wenigsten wissen\, dass ich eigentlich Tao heiße. \nMitunter erzählen Namen Geschichten – um den Namen des Protagonisten von Yannic Han Biao Federers neuem Roman rankt sich eine Geschichte über Flucht\, Verlust und Entfremdung. \nTobi heißt eigentlich Tao\, doch seinen chinesischen Namen kennen die wenigsten – nur Miriam nennt ihn manchmal so. Als sie Tao verlässt\, reist er mit dem Auto quer durch Europa\, um der Trauer über die Trennung zu entkommen. Die Flucht setzt Erinnerungen frei – nicht nur an die gemeinsamen Jahre mit Miriam\, sondern auch an den Tod seines Vaters\, der vor Jahren in Hongkong verschwand\, wo er wiederum der Geschichte des eigenen Vaters nachspürte. Beginnend bei Taos Großvater\, der einst von Menschenhändlern nach Indonesien verschleppt worden war\, über seinen Vater\, den die Diskriminierung der chinesischen Minderheit zur Flucht nach Deutschland zwang\, bis hin zu Tao ziehen sich die Wirren eines mehrgenerationellen Traumas. Nun liegt es an Tao\, sich auf die Spur seiner Vorfahren zu begeben und schreibend seine eigene Geschichte und die seiner Familie zu ergründen. \nTao erzählt beinahe lakonisch vom Scheitern einer Beziehung und von der Biographie einer Familie\, die von Entfremdung und Entwurzelung geprägt ist. Dabei reflektiert Yannic Han Biao Federer zugleich über Identität und Flucht\, stellt aktuelle Fragen nach dem Zusammenhang von Erinnerung\, Erfahrung und Erzählung: Wem gehört Erfahrung und wie kann man sie sprachlich weitergeben\, ohne sie ihrem Eigentümer zu entreißen? Kann das Erzählen die Erinnerung vor dem endgültigen Vergessenwerden bewahren – oder verwandelt es sie in Fiktion? \nVeranstaltungspartner: Suhrkamp Verlag
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SUMMARY:Priya Basil: Im Wir und Jetzt. Feministin werden.
DESCRIPTION:Weltfrauentag im Literaturhaus Köln! Wir begehen diesen Tag mit Priya Basil und Im Wir und Jetzt (Suhrkamp\, Übersetzung von Beatrice Faßbender). Darin beschreibt Priya Basil die strukturellen Bedingungen der Ungleichheit der Geschlechter anhand biografischer Erzählung\, theoretischer Betrachtung und mitreißender Gesellschaftsanalyse. Was tun gegen die tief verwurzelte Abwertung von Frauen in unserer Sprache\, Geschichte und Gesellschaft? Darüber spricht die Autorin mit Beatrice Faßbender. \nWas ist feministisch? Ich habe hundert Antworten oder keine einzige\, weil ich an einer allein nicht festhalten kann. \nPriya Basil\, die das Wort feministisch in ihrer Kindheit in den 1980er-Jahren in Kenia nie gehört hat\, sucht nach ihrer eigenen feministischen Stimme\, indem sie mit großer Intimität vom Aufwachsen zwischen ihrer Mutter\, die vom Vater vergewaltigt wurde\, und ihrer Großmutter erzählt. Getrieben von der Vergangenheit\, der Vielfalt der Positionen und einer außerordentlichen Erfahrung – der kollaborativen Übernahme eines Modemagazins durch 39 Frauen –\, gibt sie Einblick in die strukturellen Bedingungen der Ungleichheit der Geschlechter und die Kämpfe der Frauen dagegen. Brilliant verbindet die heute in Berlin lebende britisch-indische Schriftstellerin Selbstverortung mit Philosophie und mitreißender Gesellschafts-analyse. Und beschreibt mithilfe vieler Verbündeter ihren Weg zu mehr Gerechtigkeit und Gleichheit. »Ein erhellender Bewusstseinsstrom über das Schweigen ihrer Mutter\, die Fehlschlüsse der MeToo-Bewegung und die Frage\, was heute männlich ist« (ZEITmagazin). \nFoto: (c) Claudia Knöpfel
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SUMMARY:Judith Kuckart: Café der Unsichtbaren
DESCRIPTION:Ein Roman über die Kraft des Erzählens und Zuhörens: In Judith Kuckarts neuem Roman Café der Unsichtbaren (DuMont) begegnen sich bei Sorgentelefon e.V. sieben Menschen mit ganz und gar unterschiedlichen Geschichten. Sie alle erfahren\, dass das Zuhören den Anrufenden in einer schlaflosen Nacht das Gefühl von Ausweglosigkeit nehmen kann und mit dem Zuhören auch die eigene Biografie einen unerwarteten Sinn bekommt. Im Gespräch mit Michael Serrer fischt Judith Kuckart Lebensgeschichten aus dem Dunkel des Unerzählten. \nIch komme einfach nicht raus aus diesem Gefühl der Gefühllosigkeit\, wiederholte an manchen Tagen ein Anrufer nach dem nächsten\, sodass Rieke versucht war\, allen eine gemeinschaft-liche Sammelklage vorzuschlagen. Denn dieser chronische Kummer konnte nicht nur mit den Anrufenden zusammenhängen. Wer sonst war noch schuld? Irgendjemanden musste es geben\, der all diese Unglücklichen in den gleichen Regenmantel gesteckt hatte\, an dem das Leben so schmerzlich abperlte. War das so? War diese Gesellschaft so? \nJudith Kuckart stellt ihren neuen Roman Café der Unsichtbaren vor. Darin erzählt sie von scheinbarer Ausweglosigkeit und Hoffnung\, von der Erlösung des Sich-Mitteilens und den Überraschungen des Zuhörens. \nRieke ist die\, die am anderen Ende der Leitung dem Leid der Menschen Gehör schenkt: Als Telefonseelsorgerin bei Sorgentelefon e. V. ist sie gewissermaßen eine professionelle Zuhörerin. Auch Matthias\, Wanda\, Marianne\, Emilia\, Lorentz und die 80-jährige von Schrey gehören zur Sorgentelefon-Gruppe. So unterschiedlich die sieben sein mögen\, sie alle eint die Erfahrung\, dass das Zuhören nicht nur den Anrufenden das Gefühl der Ausweglosigkeit nehmen kann\, sondern auch einen Zugang zu den eigenen Lebenserfahrungen öffnet\, der Trost spendet: »Denn im Erzählen bekommen die schlimmsten Katastrophen einen Sinn.« \nIn den bekenntnisreichen Anrufen entsteht ein unsichtbares Netz zwischen Menschen\, deren Leben einander scheinbar nicht berühren\, eine Verbindung zwischen Rand und Mitte der Gesellschaft\, die aus den Lebensgeschichten der Verzweifelten erwächst. \nVeranstaltungspartner: DuMont Buchverlag \nFoto: © Burkhard Peter
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SUMMARY:#StandWithUkraine – Eine Solidaritätsveranstaltung von Literaturhaus Köln und Literaturszene Köln für die Bevölkerung in der Ukraine
DESCRIPTION:Kölner Autorinnen und Autoren erheben ihre Stimmen für den Frieden in der Ukraine und für die Demokratie. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. \nAm kommenden Sonntag\, 6. März 2022\, um 18.00 Uhr werden Texte ukrainischer Autorinnen und Autoren auf der Bühne des Literaturhaus Köln gelesen\, vor Publikum und im Livestream. Die Veranstaltung endet gegen 19.30 Uhr und ist eine Solidaritätsbekundung für die Ukraine\, ihre Künstler*innen und ihre Bevölkerung. Alle Beteiligten an der Veranstaltung arbeiten honorarfrei. Eintrittsgelder und Spenden werden über eine souveräne Organisation an notleidende Ukrainer*innen weitergegeben. \nGelesen wird aus Texten von: \nJurij Andruchowytsch – Dmitrij Kapitelman – Andrej Kurkow – Tanja Maljartschuk – Katja Petrowskaja – Oksana Sabuschko – Zanna Sloniowska – Iryna Vikyrchak – Natascha Wodin – Serhij Zhadan u. a. \nEs treten auf: \nAndrea Badey – Christoph Danne – Yannic Han Biao Federer – Joachim Geil – Anke Glasmacher – Janko Hanushevsky – Roswitha Haring – Juliana Kálnay – Peter Licht – Lubomyr Melnyk (Musik\, via Einspielung) – Melanie Raabe – Peter Rosenthal – Anna Sarvira mit André Patten – Simone Scharbert – Günter Wallraff – Gerrit Wustmann \nFür den Besuch im Literaturhaus ist eine Anmeldung erforderlich unter 0221-995558-0 (werktags) oder info@literaturhaus-koeln.de. Es gilt die 2G-Plus-Regel und die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. \nEintritt: 10\,- €\, um Spenden wird gebeten­­­­\nSpendenkonto Literaturhaus Köln: IBAN: DE35 3705 0198 0022 4529 57\,\nBIC: COLSDE33XXX\, Sparkasse KölnBonn\, Stichwort »Ukraine«\nTickets im Vorverkauf über tickets.qultor.de: https://tinyurl.com/QultorStandWithUkraine \nZugang zum Livestream über https://dringeblieben.de/videos/standwithukraine-eine-solidaritatsveranstaltung-von-literatu \nInformation und Kontakt:\nSonja Herrmann\nLiteraturhaus Köln\, Großer Griechenmarkt 39\nTel. 0221 / 99 55 58 12 ● Fax: 0221 / 99 55 58 15\nherrmann@literaturhaus-koeln.de\, www.literaturhaus-koeln.de
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SUMMARY:Adania Shibli: Eine Nebensache
DESCRIPTION:Im Sommer 1949 wird ein palästinensisches Beduinenmädchen von israelischen Soldaten vergewaltigt\, ermordet und in der Wüste verscharrt. Jahrzehnte später versucht eine junge Frau aus Ramallah\, mehr über diesen Vorfall herauszufinden. Adania Shibli verwebt in Eine Nebensache (Berenberg\, Übersetzung von Günther Orth) die Geschichten beider Frauen zu einer eindringlichen Meditation über Krieg\, Gewalt und die Frage nach Gerechtigkeit im Erzählen. Jan Ehlert moderiert\, aus der deutschen Übersetzung liest Beatrice Faßbender. \nMan reißt ein Grasbüschel aus und glaubt\, man sei das Kraut für immer los\, aber nach einem Vierteljahrhundert wächst Gras derselben Art an derselben Stelle wieder nach. \n»Adania Shibli wagt viel\, wenn sie das Schlüsselereignis ihres Romans – die Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Beduinin – zwei äußerst ichbezogenen Erzählern anvertraut\, einem israelischen Psychopathen und einer palästinensischen Amateurdetektivin unter Autismus-Verdacht. Dieser Umweg erweist sich als voll und ganz gerechtfertigt«\, schreibt J. M. Coetzee über Eine Nebensache. Weil das Verbrechen auf den Tag genau fünfundzwanzig Jahre vor ihrer Geburt begangen wurde\, ist eine junge Frau aus Ramallah geradezu besessen davon\, mehr über die Tat herauszufinden. Auf ihrer Spurensuche stößt sie auf viele tausend Nebensachen\, die in der Geschichtsschreibung nicht auftauchen\, und fügt sie zu einer neuen Perspektive zusammen. Adania Shibli\, die 2021 für Eine Nebensache für den International Booker Prize nominiert war\, spürt in ihrem Roman der Frage nach\, was Geschichten bewahren können\, was erzählt\, was ausgelassen wird. Und beschwört im Erzählen eine Gegenwart\, die von der Vergangenheit heimgesucht wird. \nVeranstaltungspartner: Berenberg Verlag  \nFoto: © Hartwig Klappert
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SUMMARY:Uwe Wittstock: Februar 33. Der Winter der Literatur
DESCRIPTION:In Februar 33. Der Winter der Literatur (C.H.Beck) vergegenwärtigt Uwe Wittstock die Atmosphäre der Tage zwischen Hitlers Regierungsantritt und dem Außerkraftsetzen aller Bürgerrechte. In kurzer Zeit weicht das glanzvolle literarische Leben der Weimarer Zeit einem langen Winter und es entscheidet sich\, wer um sein Leben fürchten und fliehen muss und wer antritt\, um im Windschatten der Täter Karriere zu machen. Im Gespräch mit Elke Heidenreich entfaltet Uwe Wittstock das Mosaik dieses alles verändernden Februars 1933. \nManche Laufbahn\, die hoffnungsvoll startete\, erholte sich von diesem Monat nicht mehr. Allzu viele Schriftsteller und Schriftstellerinnen verstummten und verstanden fast spurlos. Eine lebensentscheidende Wende war es für alle. \n»Das hier sind keine Heldengeschichten«\, schreibt Uwe Wittstock gleich zu Beginn seines Tatsachenbuches\, das sich dem Schrecken des Februars 1933 gleichermaßen berichtend wie erzählend nähert. »Es sind Geschichten von Menschen\, die in extreme Gefahr gerieten« – 1933 sind das auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Thomas Mann\, Erich Maria Remarque\, Bertolt Brecht und Ricarda Huch. Aus den Biografien vielzähliger literarischer Prominenter fügt Uwe Wittstock ein Kaleidoskop der stark vernetzten Literaturszene der Weimarer Republik zusammen\, der im Monat der ›Machtergreifung‹ ihr jäher Niedergang bevorsteht. Dabei fängt er die Atmosphäre einer Zeit ein\, in der Literatur zu schreiben zu einer unmittelbaren Gefahr und Literaten entweder zu Flüchtenden oder zu Mitläufern eines faschistischen Terrorstaates wurden. \nFebruar 33 ist ein »aufrüttelndes und ergreifendes Buch« (SZ)\, das klug zwischen Tatsachenbericht und Geschichtserzählung changiert und mit bislang teils unbekanntem Text- und Bildmaterial aus den 30er-Jahren aufwartet. Zugleich lässt sich Uwe Wittstocks Blick auf den Winter der Literatur als Mahnung an unsere Gegenwart begreifen\, denn eine Zeit globaler Krisen\, in der demokratische Prozesse auf die Probe gestellt werden\, verleihen seinen Beobachtungen eine mitunter dringliche Aktualität.  \nFoto: (c) Jonas Skorpil
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SUMMARY:Moritz Rinke: Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García
DESCRIPTION:Ein Postbote auf Lanzarote\, der um seinen Sohn kämpft\, ein dunkles Familiengeheimnis aus dem Spanischen Bürgerkrieg und ein blauer Ball\, der über die Insel der hundert Vulkane bis nach Afrika rollt: Moritz Rinke entfacht in seinem zweiten Roman Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García (Kiepenheuer & Witsch) mit unvergleichlicher Tragikomik und schier atemberaubender Erzählkunst ein Feuerwerk an Geschichten. Margarete von Schwarzkopf moderiert.  \n»Hier ist ja nichts! Eine Insel mit nichts!«\, hatte Pedro manchmal erboste Touristen bei Carlota an der Rezeption im Crystal Palace sagen hören\, aber das stimmte nicht. Sie hatten keine Ahnung von der Anmut der schwarzen Strände\, der braunen\, rotbraunen\, feuerroten\, gelbbraunen oder ockerroten und ockerbraunen Vulkane. Manchmal waren sie in der Abendsonne auch plötzlich hellbeige und gelb bis blau oder lila. \nPedro Fernández García ist Postbote auf Lanzarote\, ein »cineastischer Postbote«\, wie er selbst sagt – denn seine Dienstzeit verbringt er mit James Bond und Indiana Jones im Kino\, wenn er nicht gerade in den Norden der kargen Insel fährt\, um am Hafen einen Café con leche zu trinken. Seit der Erfindung des Internets stellt er bis auf die lästigen\, in Plastikfolie eingeschweißten Werbeprospekte kaum noch Post zu. So bleibt ihm schier unendlich viel Zeit\, seinem Sohn Miguel alles über die Insel der hundert Vulkane zu erzählen und den Geheimnissen seiner Familie nachzuspüren: Was hat sein Großvater in den Dreißigerjahren in Spanisch-Marokko gemacht und wer war der mysteriöse Deutsche\, bei dem er damals angestellt war? Außerdem sind da noch sein Freund Tenaro\, ein arbeitsloser Fischer ohne Boot\, und Amado\, ein Geflüchteter aus Äquatorialguinea\, mit denen Pedro den atemberaubenden Plan fasst\, seinen Sohn\, der zu seiner Mutter nach Barcelona zieht\, auf die Insel zurückzuholen. \nMit Leichtigkeit und Verve erzählt Moritz Rinke eine Vater-Sohn-Geschichte\, aus der eine Vielzahl weiterer Erzählstränge über Fußball\, Literatur und die Globalisierung sprießt. Zugleich ist der zweite Roman des Dramatikers eine Liebeserklärung an die Insel Lanzarote mit all ihrem Reichtum an Geschichten. Doch ist Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García nicht einfach ein Urlaubsroman\, sondern »ein politisches\, unterhaltsam philosophisches Buch« (BZ)\, das nicht nur düstere Bilder einer faschistischen Vergangenheit evoziert\, sondern in den Biografien seiner Figuren auch die Krisen unserer Gegenwart fassbar werden lässt. Denn das Lanzarote\, das Moritz Rinke entwirft\, ist auch eine Insel\, an deren schwarzen Stränden sich das ganze Leid der Geflüchteten abzeichnet. \nVeranstaltungspartner: Kiepenheuer & Witsch  \nFoto: (c) Peter Sickert
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SUMMARY:Guy Helminger: Lärm
DESCRIPTION:Ein Psychotherapeut\, der untertaucht und in einem Brief ein politisches Attentat ankündigt. Was auf den ersten Blick ein klarer Fall scheint\, wird verzwickter\, als der ermittelnde Beamte das Leben des Mannes zu rekonstruieren versucht. Aus den Stimmen von Ehefrau\, Freunden\, ehemaligen Kollegen entsteht ein Netz aus möglichen Wahrheiten. Guy Helmingers neuer Roman Lärm (capybarabooks) erzählt von der Zersplitterung des Ichs und von der Möglichkeit\, dass Erinnerungen ehrliche Erfindungen sind. \nMir war\, als sei dieser Mensch ein Paradebeispiel dafür\, dass der Kern des Einzelnen nichts weiter als die Summe vieler Stücke\, ja Bruchstücke war. Seine von außen gesehene Identität bestand nicht aus etwas Ganzem\, sondern nur aus einer Ansammlung von Akzidenzien. \nEin Psychotherapeut ist ein Mensch der Worte\, für den die Lösung eines Problems zuallererst im Gespräch liegt. Der Brief\, den Konrad Schnittweg\, bevor er untertaucht\, an die Presse verschickt\, spricht hingegen eine andere Sprache: Plant der Therapeut und Ehemann ein politisches Attentat? Der Versuch des ermittelnden Beamten\, Klarheit über das Leben des Verdächtigen zu schaffen\, scheitert: Aus den Erinnerungen der Befragten will sich kein kohärentes Bild zusammenfügen\, vielmehr scheinen verschiedene Wahrheiten nebeneinander zu existieren. Möglicherweise gibt es auch für die Befragten Motive\, die Unwahrheit zu sagen … \nIm Gewand eines kriminalistischen Plots erzählt Guy Helmingers neuer Roman Lärm von Identität\, Erinnerung und der Wahrheit\, die nie im Singular steht. Zugleich lässt sich der Text als formal spielerische Reflexion über die Unterscheidung in Fakt und Fiktion lesen: Unweigerlich stellt sich bei der Lektüre die Frage\, ob man es bei der Montage von (fiktiven) Befragungsprotokollen\, Zeitungsausschnitten und Tonbandtranskriptionen nicht auch mit einer ›ehrlichen Erfindung‹ zu tun hat. \nMit Ulrich Noller geht Guy Helminger der Frage nach\, ob aus unterschiedlichen Arten\, dasselbe zu erinnern\, trotzdem Wahrheit wird. \n  \nFoto: (c) Guy Helminger
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SUMMARY:Navid Kermani: Jeder soll von da\, wo er ist\, einen Schritt näher kommen. Fragen nach Gott
DESCRIPTION:Ein Vater erzählt seiner Tochter von Gott und dem Tod\, von der Liebe und der Unendlichkeit\, von seiner eigenen Religion. Navid Kermanis sehr persönliches Buch Jeder soll von da\, wo er ist\, einen Schritt näher kommen. Fragen nach Gott (Hanser) schöpft aus einem tiefen Wissen aus zwei Kulturen und vereint in seiner Offenheit den Glauben und das Zweifeln an Gott. Navid Kermani präsentiert sein neues Buch im musikalischen Dialog mit Pi-hsien Chen und Manos Tsangaris. \nDas Problem mit der Religion ist nicht\, dass sie so kompliziert ist. Das Problem ist\, dass sie so einfach ist. Wir denken nach und nach und nach und begreifen überhaupt nicht oder vergessen währenddessen\, dass es um das ganz Offensichtliche geht. \nAm Anfang von Navid Kermanis Buch über Religion und Glauben steht ein Versprechen: »Als er im Krankenhaus lag\, sollte ich Opa eines Nachts versprechen\, dich den Islam zu lehren\, wenn er nicht mehr da ist\, unseren Islam\, den Islam\, mit dem ich aufgewachsen bin\, den Islam\, den auch er als Kind in Isfahan erlebt hatte\, den Islam unserer Vorfahren.« Und so beginnt ein Vater\, seiner Tochter Abend für Abend zu erzählen – nicht nur vom Islam\, sondern ganz grundlegend von der Idee Gottes\, die die Gläubigen aller Religionen vereint. \nUnendlichkeit\, Liebe und Tod: Nach all dem fragt ihn die zwölfjährige Tochter\, in deren »Staunen über all die Dinge\, Erscheinungen und Geschehnisse auf der Welt« der Erzähler den Ursprung der Religionen erkennt. Und bedeutsame Antworten findet er noch im scheinbar flüchtigsten Blick aus dem Fenster\, denn das Wichtigste über Gott erfahre man nicht in den Heiligen Schriften\, sondern jeden Tag aufs Neue dort draußen\, in der Welt. \nPhilosophisch und zugleich literarisch\, mit großem Wissen um die Kulturen und mit sprachlicher Raffinesse stellt Navid Kermani die großen Fragen nach Gott und der Metaphysik – und findet überraschende Antworten. Jeder soll von da\, wo er ist\, einen Schritt näher kommen. Fragen nach Gott ist ein wahrer Erkenntnisgewinn und ein bewegendes Buch\, das auch uns staunen lässt. \nVeranstaltungspartner: Schauspiel Köln\, Hanser Verlag \n  \nFoto: (c) Heike Bogenberger
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SUMMARY:[ABGESAGT] Marie NDiaye: Die Rache ist mein
DESCRIPTION:Die Veranstaltung mit Marie NDiaye kann aufgrund von Corona leider nicht wie geplant am Freitag\, 4. Februar\, stattfinden. Eventuell wird die Veranstaltung im Frühsommer nachgeholt – den neuen Termin werden wir natürlich gegebenenfalls rechtzeitig bekanntgeben. \n  \nEine Anwältin soll eine Mutter verteidigen\, die unter Verdacht steht\, ihre drei Kinder ermordet zu haben. Aber verbindet sie mit dem Vater der Kinder nicht eine folgenreiche Begegnung viele Jahre zuvor? »Prix Goncourt«-Preisträgerin Marie NDiaye strickt in Die Rache ist mein (Suhrkamp) ein abgründiges Motivnetz rund um Mutterschaft\, Herkunft und soziale Verantwortung zu einem »Psychoirrgarten« (DLF). Aus der Übersetzung von Claudia Kalscheuer liest Milena Karas. \nDrei Kinder werden in der Badewanne ertränkt. Ihre eigene Mutter\, eine zuvor eigentlich unauffällige Lehrerin\, hat die Tat begangen. Als ihr Ehemann Gilles Principaux eines Tages in Maître Susanes Kanzlei erscheint\, nimmt sich die Rechtsanwältin des Falles an – ohne sich erklären zu können\, weshalb. Hinter der Entscheidung\, die Kindsmörderin zu verteidigen\, steckt mehr als der Versuch\, ihrer mittelmäßigen Karriere Schub zu verleihen. Denn Gilles weckt eine Ahnung in ihr: Erinnerungen an ihre Jugend und an eine traumatische Begegnung mit einem jungen Mann aus bessergestelltem Hause steigen in ihr auf. Weshalb nur kommt ihr dieser Mann so bekannt vor? Vergangenheit und Gegenwart berühren sich in einem motivreichen Geflecht von Verbindungen und Abhängigkeiten. \nDie Rache ist mein ist das abgründige Psychogramm einer Kindsmörderin und ihrer Verteidigerin. Zugleich ist Marie NDiayes Text ein großer Gegenwartsroman über die französische Gesellschaft und die moderne Familie\, der implizit auch den westlichen Kolonialismus zum Thema macht. Marie NDiayes syntaktisch komplexe\, feinfühlige und elegante Sprache übt einen Sog aus\, dem man sich nicht entziehen kann. »Selten sieht man es\, dass Autoren ihre Figuren mit solcher Wucht zerlegen und demontieren« (NZZ). \nVeranstaltungspartner: Institut Français\, stimmen afrikas / Allerweltshaus Köln e.V.\, Suhrkamp Verlag \nFür diese Veranstaltung bieten wir auch einen Livestream an. Der Link dafür ist demnächst auf www.literaturhaus-koeln.de abrufbar. \n  \nFoto: (c) Suhrkamp
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SUMMARY:Reinhard Kleist: Starman – David Bowie’s Ziggy Stardust Years
DESCRIPTION:Comiczeichner Reinhard Kleist präsentiert im Gespräch mit Comicexperte Christian Meyer-Pröpstl sein neuestes Werk: Starman – David Bowie’s Ziggy Stardust Years (Carlsen Verlag). Darin erzählt er von Aufstieg und Fall des wohl berühmtesten Alter Egos der Musikgeschichte: Ziggy Stardust. Sein provokantes Spiel mit sexueller Identität und Geschlechterrollen legt schließlich den Grundstein für David Bowies Aufstieg zum »einflussreichsten Popmusiker aller Zeiten« (New Musical Express).  \nIn der Kunst\, Musikerbiografien grafisch zum Leben zu erwecken\, hat sich Reinhard Kleist bereits mit seinen Veröffentlichungen zu Johnny Cash\, Elvis Presley und Nick Cave versiert gezeigt. Mit Starman – David Bowie’s Ziggy Stardust Years hat er nun einen schillernden Comic über eine Legende der Popmusikgeschichte gezeichnet: David Bowie\, der Anfang der Siebzigerjahre wie kaum ein anderer progressiv mit sexueller Identität spielte. \nWie David Bowies Kunst ist auch Reinhard Kleists Comic knallbunt\, brülllaut – und zugleich feinfühlig und intim. In Starman geht es nicht einzig um die provokanten Auftritte der egozentrischen Kunstfigur Ziggy Stardust\, deren Glamour in der Kolorierung von Thomas Gilke kongenial eingefangen ist\, sondern auch um David Bowies konfliktreiche Kindheit und das tragische Verhältnis zu seinem psychisch kranken Bruder. Aber hat nicht auch David Bowies Spiel mit Identitäten etwas Schizophrenes? Und sind nicht auch bei ihm Sein und Schein nicht immer auseinanderzuhalten? \nReinhard Kleists Comic ist das facettenreiche Porträt einer Kultfigur des Rock ‘n’ Roll und eine Hommage an die Camp-Ästhetik David Bowies: »So wird der Comic ›Starman‹ nicht nur zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung um Identität und Vermarktung von David Bowie\, sondern auch zu einem Denkmal für die Popkultur des 20. Jahrhunderts« (rbbKultur).\n \nVeranstaltungspartner: Carlsen Verlag  \n  \nFoto: (c) Carlsen Verlag by Wolf-Dieter Tabbert
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DESCRIPTION:Ist unsere Umwelt noch zu retten? Was bedeutet Identität? Verschwörungsnarrative zu Goethes Zeiten? Ausschnitte aus aktuellen Veröffentlichungen des Ateliers\, Erzählungen\, Kurzprosa\, Lyrik und Hörspiel. Drei Tandems mit Doris Konradi\, Mithu Sanyal und Joachim Geil u.a.\, dazwischen frische Früchte des literarischen Schreibens.  \nMit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Köln  \n  \nFoto: Mithu Sanyal\, (c) Guido Schiefer
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SUMMARY:Svenja Leiber: Kazimira
DESCRIPTION:Ein Generationenroman\, in dessen Mittelpunkt eine Bernsteingrube nahe der Kurischen Nehrung und die Emanzipationsgeschichte einer widerspenstigen Heldin steht: Kazimira. \nEntlang der Geschichte Ostpreußens – von der beginnenden Industrialisierung\, durch zwei Weltkriege bis in die Gegenwart – hält Svenja Leiber in ihrem Roman Kazimira (Suhrkamp) das Schicksal und die Geschichten der Frauen fest\, funkelnd und ewig wie der Einschluss im Bernstein. Im Literaturhaus spricht sie über den Widerstand gegen patriarchale Enge und Gewalt. \nAls sie zurück in der Hütte ist\, legt sie das Kind ab\, greift einen Stein aus dem Sack und hält ihn Ake vor die Augen: »Sieh\, auch die kann nicht fort«\, sagt sie. »Aber ihr Platz ist schön.« In dem Stein wohnt seit Millionen Jahren ein Insekt\, eine Trauermücke. \nKazimira ist die Frau eines geschickten Bernsteindrehers. Während er am Aufbau und Erfolg des ersten Bernsteinbergwerks Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich beteiligt ist\, muss sich Kazimira um Haus und Kind kümmern\, obwohl sie arbeiten will wie ihr Mann. Aber sie findet ihre Emanzipation\, indem sie ihren eigenen Weg geht und sich nicht gesellschaftlichen Konventionen fügt. Als junge Frau erlebt sie den aufkommenden Wohlstand des Küstenstrichs genauso wie aufziehenden Antisemitismus und Nationalismus\, viele Jahr später\, am Ende des Zweiten Weltkriegs\, wird sie Zeugin von deutschen Verbrechen. Svenja Leiber folgt Kazimira und ihrer Familie über vier Generationen\, alle tragen den Schmerz und die Widerständigkeit der Titelheldin. Sprachmächtig und mit poetischer Klarheit erzählt sie »eine Geschichte von elementarer Wucht« (NZZ).
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