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SUMMARY:Helmut Böttiger: “Celans Zerrissenheit”. Ein jüdischer Dichter und der deutsche Geist
DESCRIPTION:Am 23. November 2020 jährt sich Paul Celans Geburtstag zum hundertsten Male. Die “Literarische Gesellschaft Köln” hat deshalb Helmut Böttiger eingeladen\, der in seinem neuen Buch Celans Zerrissenheit einen überraschenden Blick auf den Dichter wirft und mit vielen Mythen und Vorurteilen rund um Celan aufräumt.\nVon den Rechten\, die ihn faszinierten\, abgelehnt; von Linken bewundert\, die ihn missverstanden. An kaum einem deutschsprachigen Autor zeigen sich die Verwerfungen der Nachkriegszeit deutlicher als an Celan. Während mit Heidegger\, Jünger et al. die konservativen Vertreter des Deutschen Geists Celan ablehnten\, waren dessen Verehrer Böll\, Grass\, Enzensberger dem Dichter fremd.\nAuf Knüppelpfaden und Holzwegen war er unterwegs\, der Ausnahmedichter Paul Celan. Bis heute ist das Bild\, das man sich von ihm macht\, geprägt von Missverständnissen\, falschen Vorstellungen und heroischen Romantisierungen. Zum „Schmerzensmann“ und in die Rolle des „jüdischen Opfers“ stilisiert; wurde der Dichter auf vertrackte Weise ein „ideales Vehikel für die allgemeine Verdrängung“\, so Böttiger\, seine „Todesfuge“ avancierte zum Schulgedicht\, der Rest des Werks trat dagegen zurück.\nDass Celans Suche nach einer neuen dichterischen Sprache ihn paradoxerweise (vergeblich) die Nähe von Ernst Jünger\, des von Celan „Denk-Herrn“ genannten Martin Heidegger oder sogar Figuren wie Rolf Schroers suchen ließ\, während er mit der Sprachhaltung seiner Förderer Böll und Grass wenig anfangen konnte\, wurde dabei oft übersehen oder passte nicht ins Bild. \nHelmut Böttiger\, geb. 1956 in Creglingen\, lebt in Berlin. Essayist und Literaturkritiker. Buch-Veröffentlichungen über Celan: Orte Paul Celans (1996)\, Wie man Bücher und Landschaften liest (2006)\, Wir sagen uns Dunkles. Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan (2016) und Celans Zerrissenheit (2020). \nDie Veranstaltung wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln. \nBestellen Sie Ihre Karten bitte vor. Telefonisch unter 0221-416325. Oder per E-Mail: der-andere-buchladen-koeln@t-online.de.\nDie Veranstaltung findet unter den vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln statt.\nZu Ihrem Schutz und einer schnellen Nachverfolgbarkeit möglicher Infektionsketten mit dem Corona-Virus sind wir verpflichtet\, Ihre Anwesenheit bei der Veranstaltung zu dokumentieren. Wir bitten Sie daher\, bereits bei der Anmeldung persönliche Angaben wie Name\, Adresse und Telefonnummer zu hinterlegen. \nKarten 10\,- Euro\, ermäßigt 7\,- Euro\, für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft frei. \n 
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SUMMARY:Karl-Heinz Ott: “Hölderlins Geister”
DESCRIPTION:Ein Dichter zwischen Weltkrieg\, Heidegger und Rotem Stern – Karl-Heinz Ott über die Hölderlin-Manien des 20. Jahrhunderts.\nAm Eingang des Tübinger Hölderlin-Turms stand jahrelang der Satz aufgesprüht: „Der Hölderlin isch et veruckt gwä!“ – Ein Verrückter? Ein Revolutionär? Schwäbischer Idylliker? Nationaler Kriegsheld? Oder der Vorreiter aller modernen Poesie? Friedrich Hölderlin\, der Mann im Turm\, ist umkämpft wie kein zweiter deutscher Dichter. Im 19. Jahrhundert fast vergessen\, im 20. Jahrhundert vom George-Kreis wiederentdeckt\, von den 68ern als Revolutionär gefeiert.\nIn seinem ebenso witzigen wie gelehrten Essay zeigt Karl-Heinz Ott Hölderlin als großen Spiegel Deutschlands. Tübingen ist der Rahmen; dort hat der Dichter den größten Teil seines Lebens zugebracht\, dort geistert er bis heute\, 250 Jahre nach seiner Geburt\, faszinierend umher.\nHelmut Böttiger in der Süddeutschen Zeitung: „Der Schriftsteller Karl-Heinz Ott gehört dem literarisch viel umraunten schwäbisch-alemannischen Sprachraum an\, der Ort seiner Herkunft bildet mit Messkirch und Tübingen eine Art gleichschenkliges Dreieck. Und in seinem essayistischen\, zwischen dem aufklärerischen Duktus des 18. Jahrhunderts und der wissenschaftlich unterfütterten Ironie des 21. changierenden neuen Buch spielen Heidegger und Hölderlin denn auch die Hauptrollen. Hölderlins Geister – das sind für Ott die Geister\, die dieser geheimnisvolle Dichter rief und die die Kultur- und Ideologiegeschichte des 20. Jahrhunderts dann nicht mehr losgeworden ist. Hölderlin wird hier ausführlich in dem dargestellt\, was seine Wirkung ausmachte: Das Spektakuläre ist seine Rezeptionsgeschichte im 20. Jahrhundert. (…) Wie nebenbei entfaltet Ott in seiner fragmentarischen\, äußerst luziden Bricolage-Technik eine kleine Geschichte der Denkmoden der letzten Jahrzehnte – voller Ironie\, aber mit souveräner Gelehrsamkeit. Im Lauf des Buches zeigt sich\, dass Karl-Heinz Ott seinem schwäbisch-alemannischen Landsmann nicht huldigt\, sondern ihn gelassen dekonstruiert\, wie er wohl belustigt zugeben würde.“ \nKarl-Heinz Ott\, geboren 1957 in Ehingen an der Donau\, ist Schriftsteller und Essayist. Er wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet\, u.a. mit dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (1999)\, dem Alemannischen Literaturpreis (2005)\, dem Preis der LiteraTour Nord (2006)\, dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2012) und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2014). Buchveröffentlichungen\, zuletzt: Die Auferstehung (Roman\, 2015)\, Und jeden Morgen das Meer (Roman\, 2018) und Hölderlins Geister (2019). \nDie Veranstaltung wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln \nTeilnahme mit persönlicher Voranmeldung unter Tel 0221-416325 oder Mail: der-andere-buchladen-koeln@t-online.de.\nDie Veranstaltung findet unter den vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln statt. Zu Ihrem Schutz und einer schnellen Nachverfolgbarkeit möglicher Infektionsketten mit dem Corona-Virus sind wir verpflichtet\, Ihre Anwesenheit bei der Veranstaltung zu dokumentieren. Wir bitten Sie daher\, bereits bei der Anmeldung persönliche Angaben wie Name\, Adresse und Telefonnummer zu hinterlegen.
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